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Hyperhidrose - Übermäßiges Schwitzen

 
 

400.000 Österreicher leiden an Hyperhidrose

 
 

DoctorInWien 6/2002

Obwohl das Schwitzen aus medizinischer Sicht ein lebensnotwendiger Prozeß ist, leiden dennoch viele Österreicher darunter. 5 Prozent der Bevölkerung, das sind in etwa 400.000 Menschen, haben eine sogenannte Hyperhidrose - übermäßig starkes Schwitzen. Experten schätzen, daß fast zwei Millionen Osterreicher mehr transpirieren als ihnen lieb ist. Auf diese Zahl kommt man, wenn man zu den Hyperhidrosepatienten jene 640.000 Frauen, die unter Hitzewallungen im Wechsel leiden, sowie die 800.000 Übergewichtigen zählt.

Hyperhidrose beschränkt sich generell auf einzelne Körperregionen, meist auf Hände, Füße, Gesicht oder Achselhöhlen. Abhilfe schaffen kann ein Kraut, das normalerweise zum Gurgeln gegen Halsschmerzen verwendet wird: Salbei kommt als Schweißhemmer wieder in Verwendung. „Eine Studie aus dem Jahr 1998 belegt zum Beispiel, daß Patientinnen, die unter Hitzewallungen in der Menopause litten, auf die Behandlung mittels Salbei ansprachen“, erklärte Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Länger vom Institut für Pharmakognosie an der Universität Wien. Ein Trockenextrakt des Salbeis würde innerhalb von zwei bis drei Stunden wirken. Zu empfehlen seien 120 Milligramm drei Mal täglich.

„Leider gibt es noch kein Medikament gegen das übermäßige Schwitzen, aber einige Therapien für Betroffene“, betonte auch Univ.- Prof. Michael Binder von der Universitätsklinik für Dermatologie in Wien. So würden beispielsweise Antitranspirantien wie Aluminiumverbindungen in einem gewissen Ausmaß recht gut wirken. Aber auch eine Iontophorese würde helfen. Dabei werden Hände und Füße in ein Wasser getaucht, in das harmloser Gleichstrom geführt wird. „Etwas schmerzhafter ist die Verabreichung von Botulinustoxin. Das verdünnte Nervengift unterbindet die Schweißproduktion für einige Zeit“, so Binder. Die Prozedur müsse jedoch alle fünf bis sechs Monate wiederholt werden.

Univ.-Prof. Michael Binder
Univ.-Prof. Mag. Dr. Reinhard Länger