| |
Die im „New England Journal of Medicine" veröffentlichte
Studie versucht die höhere Inzidenz rauchender adoleszenter
Kinder von rauchenden Müttern zu analysieren. Ein
Mechanismus, der dieser Relation unterliegt, könnte
das frühe
„Erlernen" von Geschmack und Aroma sein. Verschiedene
Substanzen, die von der Mutter aufgenommen werden, gelangen
in die Muttermilch und können vom Säugling erkannt
werden.
Für eine Studie sammelten Wissenschafter des Monell Chemical
Senses Center in Philadelphia, Pennsylvania, Muttermilch-Proben
von fünf säugenden Müttern zu sechs verschiedenen
Zeitpunkten: 12 Stunden nachdem die Mutter ihre letzte Zigarette
geraucht hat und 30 Minuten, eine, zwei, drei und vier Stunden
nachdem Genuß von ein oder zwei Zigaretten.
Die Analysen der Proben zeigen erwartungsgemäß,
daß die Nikotinspiegel in der Muttermilch am niedrigsten
sind, wenn 12 Stunden nicht geraucht wurde. Die Werte steigen
dramatisch 30 Minuten nach dem Zigarettenkonsum an und fallen
kontinuierlich in den darauffolgenden 31⁄2 Stunden.
Eine Auswahl von sieben Erwachsenen, die den Geruch der Muttermilch
evaluierten, identifizierten die 30 Minuten und eine Stunde
nach dem Zigarettenkonsum erhaltenen Proben als jene, die
„mehr nach Zigaretten riechen" oder zumindest „stärker
riechen".
Diese Resultate verstärken die Annahme, daß - zusätzlich
zu den Effekten des Nikotins auf die zerebrale Entwicklung
- durch frühe Erfahrungen mit dem Geschmack von Tabak
die Möglichkeit steigt, daß die auf diese Weise
exponierten Kinder das Tabakaroma im späteren Leben als
angenehm empfinden.
Quelle: NEJM; 1998, 339: 1559-1560
|