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Sex in der Schwangerschaft
beeinflusst Geburtszeitpunkt nicht

 


Geschlechtsverkehr in den letzten Wochen der Schwangerschaft löst entgegen einem weit verbreiteten Glauben nicht die Geburt aus. Dieses Fazit zieht der amerikanische Gynäkologe Jonathan Schaffir aus einer Befragung von 93 Frauen und der Auswertung ihrer jeweiligen Entbindungszeitpunkte. Dabei gab es keinen Hinweis auf eine Beschleunigung des Geburtsbeginns durch sexuelle Kontakte - im Gegenteil: Diejenigen, die in der Woche vor der Geburt noch Geschlechtsverkehr hatten, entbanden im Durchschnitt sogar ein bisschen später als die Frauen, die enthaltsam Anzeige gelebt hatten. Über seine Studie berichtet Schaffir, der an der Ohio-State-Universität in Columbo arbeitet, in der Fachzeitschrift «Obstetrics & Gynecology» (Bd. 107, S. 1310).

 
 

Washington (ddp), Freitag 2. Juni 2006

Seit Jahren hält sich der Glaube, sexueller Verkehr könne das Einsetzen der Wehen beschleunigen. Verantwortlich gemacht werden dafür einerseits Bestandteile des Spermas, die angeblich den Muttermund geschmeidiger machen, und andererseits die Beckenkontraktionen beim weiblichen Höhepunkt, die direkt auf die Gebärmutter einwirken sollen.

Um zu überprüfen, ob sich dieser Effekt tatsächlich nachweisen lässt, befragte Schaffir 93 Frauen, die während oder nach der 37. Schwangerschaftswoche zu einer Routinekontrolle ihren Gynäkologen aufsuchten.

Die Frauen sollten angeben, ob und wie häufig sie während der jeweils vergangenen Woche Geschlechtsverkehr gehabt hatten. Außerdem untersuchte der Forscher die Beschaffenheit des Muttermundes der Teilnehmerinnen.

Das Ergebnis: 47 der befragten Frauen gaben an, während der letzten Schwangerschaftswochen Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Diese Frauen entbanden im Durchschnitt nach 39,9 Wochen, während die enthaltsamen Frauen ihre Babys nach durchschnittlich 39,3 Wochen zur Welt brachten.

Außerdem fand der Forscher keinen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit der sexuellen Kontakte und der Geschmeidigkeit des Muttermundes.

Geschlechtsverkehr hat demnach keinen Einfluss auf den Geburtszeitpunkt, schließt Schaffir aus diesen Werten.

Die etwas kürzeren Schwangerschaften der enthaltsamen Frauen führt der Wissenschaftler auf einen anderen Effekt zurück: Er vermutet, dass es diesen Frauen gegen Ende der Schwangerschaft nicht mehr so gut ging. Die Beschwerden könnten dann einerseits dazu geführt haben, dass die Frauen keine Lust auf sexuelle Aktivitäten hatten und waren andererseits wohl auch der Grund für das frühere Einsetzen der Wehen.

(ddp) - Yahoo! Deutschland

 

 
 

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