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Wie genau Streß die Geschlechterverteilung beeinflußt
ist unklar, aber dänische Wissenschafter vom John F.
Kennedy Institute in Glostrup, Dänemark (Dr. Dorthe
Hansen et al.) bestätigen die Resultate früherer
Studien, denen zufolge die Geburtenrate von männlichen
Babies nach Naturkatastrophen, wie etwa Erdbeben, abnimmt.
In der Regel verläuft die Geschlechterverteilung zugunsten
der männlichen Nachkommenschaft, aber in einer Gruppe
von 3.072 Frauen, die um den Zeitpunkt der Empfängnis
einer Art von traumatischem Streß ausgesetzt waren,
lag der Anteil von männlichen Kindern bei 49 %, verglichen
mit 51.2 % bei 20.337 Frauen, die um die Empfängnis herum
weniger Streß erfuhren.
Je kürzer der Zeitraum zwischen traumatischem Streß
und der Empfängnis ist, desto geringer ist auch die Chance,
einen Jungen zu gebären.
Die Streßgruppe umfaßte Frauen, die ihren Partner
oder ein Kind verloren hatten, mit Krebs in stationärer
Behandlung waren oder im Jahr der Empfängnis oder im
ersten Trimester der Schwangerschaft einen Herzinfarkt erlitten
hatten.
Die Wissenschafter erforschten nicht, wie Streß die
Geschlechterverteilung beeinflußt, aber Dr. Hansen merkt
an, daß verschiedene Faktoren für das Phänomen
verantwortlich sein könnten, wie etwa die Häufigkeit
von Geschlechtsverkehr in streßreichen Perioden, oder
die Veränderungen der Spiegel jener Hormone, die auf
Streß ansprechen. Weiters weist sie darauf hin, daß
manche Studie darauf hindeuten, daß die Qualität
der Samen abnimmt, wenn etwa ein naher Verwandter stirbt,
wodurch die Wahrscheinlichkeit, ein männliches Kind zu
gebären beeinflußt wird.
Schließlich könnten streßreiche Situationen
den Körper dazu veranlassen, männliche Feten spontan
abzutöten, wodurch es zu einem scheinbaren Anstieg der
Empfängnis weiblicher Kinder kommt.
©
1999 www.medaustria.at
Quelle: British Medical Journal 1999;319:548-549
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